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In einem Konsortium der nebenstehend genannten Firmen, die fast alle ihren Sitz in Sachsen haben, werden seit etwa 1996 PEM-Brennstoffzellenkomponenten und kundenbezogene Anlagen für die dezentrale Energieversorgung entwickelt.
Power nach Maß
Brennstoffzellenkomponenten - Made in Germany
Das Herz von Brennstoffzellenanlagen ist
der Brennstoffzellenstack, der als PEM-Stack bei der
Firma Schalt- und Regeltechnik (kurz: s&r) entwickelt
und gebaut wird. In ihm wird in einer gesteuerten
Knallgasreaktion Wasserstoff und Sauerstoff in
Wasser umgewandelt. Dabei entstehen elektrischer
Strom und Wärme. Das Besondere an diesem
Verfahren ist, dass der elektrische Wirkungsgrad
deutlich über dem Anlagenwirkungsgrad konventioneller
Stromerzeuger liegt. Typische Werte für den
Wirkungsgrad sind elektrisch 30% und gesamt 80%.
Der Wasserstoff oder das Reformat mit 70%
Wasserstoffanteil können über einen Reformer, zum
Beispiel aus Erdgas oder Biogas, hergestellt werden.
Der Sauerstoff wird aus der Luft entnommen. Die
Erdgasreformierung wird in dem Beitrag der Bergakademie
Freiberg beschrieben. Für die bisher hergestellten
Versuchs- und Feldtestanlagen wurden bei
s&r ein spezielles Luftversorgungsmodul und eine
Membranbefeuchtung entwickelt.

Bei der gewählten
Technologie wird zur Erreichung einer hohen
Energieeffizienz die Feuchtigkeit und Wärme aus der
Abluft des Stacks auf die Zuluft übertragen. Das bei
s&r entwickelte modulare Stacksystem zeichnet sich
durch eine gute Leistungsdichte von ca. 0,33 W/cm2
bei Standardbedingungen und durch höchste
Flexibilität aus. Das heißt, dass es im Bereich von
minimal 500W bis maximal 5kWel fü
;r unterschiedliche
Ausgangsspannungen, Brenngaszusammensetzungen
und Strömungsstrukturen der Medien
geliefert werden kann. Bild 1 zeigt einen Stack für
Reformat mit niedrigem Wasserstoffanteil und einer
elektrischen Leistung von 1,5kW. Das entwickelte
Stacksystem wurde in den vergangenen Jahren von
verschiedenen Institutionen und Forschungseinrichtungen
im In- und Ausland in Versuchsanlagen erfolgreich
eingesetzt und vermessen. Nach Ablauf der
Nutzungszeit werden die Stacks recycelt, wobei insbesondere
die Edelmetalle und die mechanischen
Teile zurück gewonnen und wieder verwendet werden.

Dadurch kann neben der Energieeffizienz eine
hervorragende Materialeffizienz erreicht werden. In
der gegenwärtigen Phase der Brennstoffzellenentwicklung
spielen die Test- und Prüfmöglichkeiten
eine herausragende Rolle. Weil die auf dem Markt
erhältlichen Geräte sehr teuer und funktionell nicht
so flexibel wie erforderlich sind, wurden bei s&r
eigene Versuchsstände und Testgeräte entwickelt.
Bild 2 zeigt das Brennstoffzellenprüfmodul eines
Stack-Prüfstandes für Zellen mit einer elektrischen
Leistung von 500W bis 5kW. Die Brennstoffbereitstellung
erfolgt über einen Steamreformer (Erdgasreformat)
oder aus Flaschen (synthetisches Gas:
H2, CO2, CO). Der Steamreformer wurde unter
Führung der Bergakademie Freiberg durch das
Konsortium der nebenstehenden Firmen entwickelt
und gebaut. Diese 4kW Testanlage läuft bedienerlos
im Dauerbetrieb und realisiert dabei automatisch voreingestellte
Versuchsprogramme. Für Messwerterfassung
und Auswertung wurde das Programmsystem
"Fuel cell Test" entwickelt. Besondere Bedeutung
haben solche Testanlagen für Langzeituntersuchungen
zur Bestimmung der Degradation bzw. der
Lebensdauer unter Berücksichtigung verschiedener
Wer
te oder Funktionen der Prozessparameter. Eine
herausragende Rolle spielt dabei die Degradation
durch CO-Verschmutzungen im Reformat. In Bild 3
sind beispielhaft Kennlinien in Abhängigkeit vom COGehalt
des Reformats dargestellt.
Neuere Entwicklungen im Bereich der Membranen
bieten aber künftig sehr gute Aussichten zur Verbesserung
der CO-Toleranz von PEM-Brennstoffzellenstacks.
Der gegenwärtige Entwicklungsstand der
Brennstoffzellenkomponenten und -anlagen im Konsortium
ist im Wesentlichen in der Anlage
4000 vergegenständlicht. Diese Anlage
wird nach der Ausstellung auf der Hannover Messe
seinen Arbeitsplatz im Botanischen Garten in Chemnitz
finden und von den Stadtwerken Chemnitz
betrieben werden.
Veröffentlichung :
- Arnold, J. :
- "Brennstoffzellenkomponenten Made in Germany"
Dresdner Transferbrief 1.05, 13. Jahrgang
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